Von Fürsten- und Bauernhunden

Fürsten- und Bauernhunde verkörpern stellvertretend die großen gesellschaftlichen Unterschiede, die durch die Jahrhunderte die soziale Struktur Europas bestimmten. Während von Fürstenhunden Bilder und Texte in den Archiven zu finden sind, haben sich für den Bauernhund nur wenige Belege erhalten.

Zu den Fürstenhunden gehören vor allem Jagd- und Gesellschaftshunde, die als Jagdbegleiter der Männer und Accessoire der Damen von hohem Ansehen waren. Bei den Jagdhunden wurde seit dem Mittelalter auch eine leistungsorientierte Zucht betrieben. Jedenfalls führte die Zucht blutreiner Hunde zu den ersten deutlichen Differenzierungen in verschiedene Hundeschläge, die die Grundlagen unserer heutigen Hunderassen wurden. Durch diesen Wiedererkennungseffekt erfuhren bestimmte Hundeschläge auch eine Wertschätzung, die sich nicht nur symbolisch (Aufnahme in Wappen, Ordensnamen usw.) niederschlug, sondern auch in einen monitären Wert niederschlug, so dass diese Hunde nur von Adel an Adel weitergereicht wurden.

Bauernhunde wurden vorwiegend zum Bewachen von Hof und Nutztieren benutzt. Da sie die bäuerlichen Felder auch gegen Wild verteidigten und diesen schlecht ernährten Hunde natürlich auch so mancher Hase zum Opfer fiel, geriet der Bauernhund schnell in Konflikt mit den jagdlichen Ambitionen des Adels. Dies führte dazu, dass „gewöhnlichen“ Leuten nur die Haltung von jagduntauglichen Hunden wie dem Spitz gestattet wurde. Oder man versuchte durch „Knütteln“ und Verstümmelungen der Beine die Tiere jagduntauglich zu machen. Im 19. Jahrhundert versuchte man schließlich durch die Einführung der Hundesteuer eine Einteilung zwischen nützlichen und überflüssigen Hunden zu erzeugen.

Ein Vortrag der mit unterhaltsamen Berichten und wissenschaftlichen Belegen die Welt der Fürsten- und Bauernhunde lebendig veranschaulicht.
 

Die Vorträge können auch zu Seminarthemen vertieft werden.